Neu bei der Feuerwehr Kirchasch ist der Bierhydrant. 

Geschichte der Feuerwehr Kirchasch seit 1879

(von Timo Stadler) 

 

1879: Das Jahr 1883 liest man auf der alten Fahne der FF Kirchasch. Dies war die die einzige historische Jahreszahl, die aus den Anfängen des Feuerwehrwesens in der ehemaligen Gemeinde Salmannskirchen bis heute übermittelt ist. Durch Recherchen im Staatsarchiv München konnte jedoch ermittelt werden, das der 10.05.1879 als Gründungsdatum gelten muss. Kommandant war zu diesem Zeitpunkt Jakob Wimmer aus Mauggen und die Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt 33 Mitglieder. Im gleichen Jahr wurde noch ein Antrag auf weitere Löschkübel gestellt, da den Männern sechs Eimer als zu wenig erschienen.

 

1886: Im Jahr 1886 setzte sich die Führung der FF Salmannskirchen wie folgt zusammen: Kommandant Johann Neumeier, Lehrer Josef Stadler Schriftführer, Johann Altmann Kassier und Schneidermeister Thomas Vertl Zeugwart.
 

1889-1903: In diesen Zeitraum fällt die Anschaffung der ersten "Löschmaschine". Hierüber liegen leider keine Angaben mehr vor. Jedoch scheint der der Ankauf, vielleicht auch Schenkung recht problemlos über die Bühne gegangen zu sein. Der Gastwirt aus Kirchasch stellte den Bauplatz für ein Feuerwehrgerätehaus zur Verfügung an dem im Folgenden auch ein einfacher Geräteschuppen errichtet wurde.

 

Feuerwehrgerätehaus Kirchasch um 1926
Feuerwehrgerätehaus Kirchasch um 1926

 

1903: Aufgrund des Brandes eines Bauernhofes in Salmannskirchen, wurde ein Antrag der westlichen Ortschaften im Gemeindegebiet Salmannskirchen gestellt, in dem die Anschaffung einer zweiten Löschmaschine gefordert wurde, die in Salmannskirchen stationiert werden sollte. Die Feuerwehr Salmannskirchen war seit ihrer Gründung in Kirchasch stationiert.
Zwei Jahre lang war dieser Antrag Gegenstand von Beratungen, Beschlüssen und Dienstschreiben mit dem Landratsamt. Nach dem vom Bezirksamt eine Bürgerversammlung verlangt wurde, sprachen sich 87 Anwesende gegen und nur 11 für den Antrag aus.
1907-1926 wurde der Antrag mehrmals wiederholt, aber immer wieder zurückgestellt.


1925-1926: Am 25.07.1925 fiel die erste Fahne der FF Salmannskirchen einem Brand im Anwesen Irl zum Opfer. Am 18.07.1926 wurde deshalb unter Kommandant Andreas Hackl, seinem Vertreter Josef Maier und Georg Grasser die zweite Fahne geweiht. Fahnenmutter war hier Therese Ernst und Fahnenjunker Anton Rauch. Als Patenverein fungierte die Freiwillige Feuerwehr Bockhorn. 

Am 26.01.1926 hatte der westliche Teil der Gemeinde endlich die Gründung einer zweiten Wehr im Gemeindebereich Salmannskirchen durchsetzen können. Nachdem die Anforderungen erfüllt waren, konnte neben der ersten Kompanie mit 87 Mann in Kirchasch, eine zweite Kompanie mit 54 Mann in Salmannskirchen gegründet werden.
Die Wehr in Kirchasch führte von nun an nicht mehr den Namen Freiwillige Feuerwehr Salmannskirchen, sondern Freiwillige Feuerwehr Kirchasch. 

 

1936: Am 24.05.1936 wurde Andreas Hackl zum Ehrenkommandanten ernannt. Leider ist über die Kriegsjahre bei der FF Kirchasch sehr wenig bekannt. So bestand während des letzten Krieges in Abwesenheit einsatzfähiger Männer eine Damenfeuerwehr unter dem Kommando des damaligen zweiten Kommandanten Kaspar Rosenhuber.

 

Feuerwehrfrauen der FF Kirchasch während des zweit
Feuerwehrfrauen der FF Kirchasch während des zweiten Weltkrieges

 

1946: Im Jahr 1946 konnte die alte Handpumpe gegen eine Motorspritze ersetzt werden. Von Willi Gebauer wurde die Pumpe auf einem selbstgebauten Einachsanhänger mit Halterungen für das sonstige Zubehör montiert. Zum Einsatzort wurde der Hänger mit einem Schlepper transportiert. Im Jahr 1956 wurde dann diese recht unzuverlässige erst Motorspritze durch eine Tragkraftspritze vom Typ TS 8 der Firma Ziegler ersetzt.

 

1974: Am 11.06.1974 erwarb man von der Firma Borgward-Messner i.d. Hallertau ein zum Löschfahrzeug umgebautes gebrauchtes Bundeswehrfahrzeug. Aufgrund der Neuanschaffung wurde auch der recht bescheidene Geräteschuppen in Eigenleistung renoviert und für das neue Fahrzeug umgebaut. Seit diesem Zeitpunkt nehmen die aktiven Feuerwehrler regelmäßig auch am Leistungsabzeichen Löschaufbau teil.

 

Feuerwehrhaus

 

1981: Im Dezember 1981 konnte vom Fliegerhorst Erding ein Tanklöschfahrzeug LF 16 mit voller Beladung zu günstigen Konditionen übernommen werden. das am 27.12.1981 übergeben und am 25.07.1982 feierlich geweiht wurde. Das Fahrzeug war erstmals mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Gleichzeitig begann die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger bei der FF Kirchasch.
Eine Zeit lang konnte nun mit zwei Fahrzeugen ausgerückt werden, bis das ältere Fahrzeug an die Feuerwehr Grünbach abgetreten wurde.
Ebenfalls im Jahr 1981 wechselte auch die Führung in der Feuerwehr. In der Generalversammlung am 12.02.1981 wurde Josef Hintereder zum neuen Kommandanten der Wehr gewählt. Er übernahm das Amt von Georg Maier aus Gugging der seit 1975
1. Kdt. der Feuerwehr war.
Einen Tag später, genau am 13.02.1981 um 9.00 Uhr hatte man dann den Brand eines Heustadels im Anwesen Bauer in Kirchasch zu bekämpfen. Zusammen mit anderen Wehren der Gemeinde sowie der Feuerwehr Erding wurde der Brand unter Kontrolle gebracht.
Am 24.05.1981 nahm man als Patenverein bei der Feuerwehr Bockhorn an deren 100 jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe teil. Mit zahlreichen Mitgliedern und Patendamen repräsentierte man die Wehr. Das Patenbitten der FF Bockhorn fand zuvor am 20.03.1981 in Kirchasch statt.

 

1983: Bereits im Jahr 1981 wurde beschlossen, das 100-jährige Gründungsfest mit einem größeren mehrtägigen Fest zu begehen. Das Fest wurde in vielen Ausschusssitzungen geplant.
Vom 12.-15.05.1983 wurde das Fest schließlich begangen. Mit vielen Veranstaltungen wie Tanzfestival und einem Kickboxturnier war für jung und alt etwas geboten. Am 15.05.1983 wurde bei strahlendem Sonnenschein und ca. 4.000 Gästen die neue Fahne geweiht. Fahnenmutter war Marika Mesner. Als Patenverein stand die FF Bockhorn zur Seite. Viele Feuerwehrvereine aus dem gesamten Landkreis waren bei diesem Ereignis ebenfalls anwesend. Im Jahr 1983 begann man auch mit dem Bau einer neuen Fahrzeughalle am alten Schulhaus in Kirchasch. Der bisherige Geräteschuppen war für das neue LF 16 schlicht zu klein. In unzähligen Stunden wurde die Halle in Eigenleistung erbaut. Richtfest feierte man dann am 05.01.1984.

 

Vereinsfahne der FF Kirchasch
Vereinsfahne der FF Kirchasch

   

1984: Nach ca. 1 Jahr Bauzeit wurde die neue Fahrzeughalle fertiggestellt. Das Gebäude wurde am 22.07.1984 unter Anwesenheit vieler Anwohner der Ortschaft und Umgebung feierlich geweiht.

1989: Im Jahr 1989 hatte man gleich wieder Grund zum Feiern. Stand doch das 110 jährige Jubiläum an. Recherchen, die nach dem 100 jährigen Gründungsfest angestellt wurden ergaben, dass dieses Fest vier Jahre zu spät gefeiert wurde, da die Gründung der Wehr bereits im Jahr 1879 vollzogen wurde. Bisher dachte man die Gründung der Wehr wäre 1883 gewesen.
Am 30.06.1989 rückte man zu einem besonderen Einsatz aus. In Neukirchen platzte in einem landwirtschaftlichen Anwesen ein Holzsilo mit ca. 250.000 Litern Gülle. Diese ergoss sich über das gesamte Anwesen und die nähere Umgebung sowie in die nahe Strogen. Dies hatte ein Fischsterben von Neukirchen bis Langenpreisung zur Folge. Die Beseitigung der Gülle beschäftigte die Feuerwehr mehrere Tage.

1993: Am 18.07.1993 konnte erstmals ein neues Fahrzeug in Empfang genommen werden. Es handelte sich um ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 der Firma IVECO.
Im Rahmen des alljährlichen Grillfestes wurde das Fahrzeug am 18.07.1993 von Pfarrer Neumaier geweiht.
Mit diesem Fahrzeug konnte nun auch bei Verkehrsunfällen geholfen werden, da das Fahrzeug über einen Rettungssatz verfügte. Die Einsatzzahlen stiegen seit dieser Zeit stetig an.

1995: Im Jahr 1995 wurde die erste Jugendgruppe gegründet. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung wurden auch viele Freizeitaktivitäten organisiert. Viele Jugendfeuerwehrleute konnten später in den aktiven Dienst übernommen werden.

1996: Unter der Leitung von Gerätewart Manfred Schwinghammer wurde das ehemalige Löschfahrzeug der Marke Borgward Messner von der Feuerwehr Grünbach zurückgeholt, die dieses Fahrzeug bereits ausgemustert hatte. Der Oldtimer wurde danach in ca. 600 Arbeitsstunden von den Mitgliedern der Feuerwehr restauriert und
wird seither für Veranstaltungen und Ausflüge benutzt.

1998: Wegen des allgemeinen Platzmangels wurden im Jahr 1998 erstmals Stimmen wegen eines Anbaues an das Gerätehauses laut. Nach zahlreichen Besprechungen und Planungen, wurde im Frühjahr 1999 mit den Baumaßnahmen begonnen. Nach einer aufgewandten Arbeitszeit von 1.698 Stunden wurde der Erweiterungsbau am 16. Juli 2000 feierlich eingeweiht. Die Fahrzeughalle wurde dabei auf die doppelte Größe erweitert und ein Kommandantenbüro sowie ein Werkstattbereich geschaffen.

2001: Im Jahr 2000 ging dann eine Ära zu Ende.
1. Kdt. Josef Hintereder gab das Zepter nach mehr als 20 Jahren an seinen Nachfolger Josef Vieregg ab, der seit diesem Zeitpunkt die Führung der FF Kirchasch übernahm. Aufgrund seiner großen Verdienste für die Wehr wurde er zum Ehrenkommandant ernannt.
Seit Oktober 2001 ist die FF Kirchasch nicht mehr nur in der Gemeinde Bockhorn, sondern auch auf Landkreisebene tätig. Ab diesem Zeitpunkt wurde aufgrund eines neuen Gefahrgutkonzeptes im Landkreis Erding ein Dekontaminationszelt in der Gemeinde Bockhorn stationiert. Die Kirchascher Wehr rückt seit diesem Zeitpunkt zusammen mit den anderen Gemeindewehren bei Bedarf zu Einsatzstellen im ganzen Landkreis aus.
Im Herbst 2001 wurde ebenfalls überlegt, einen Mannschaftsbus als zweites Fahrzeug anzuschaffen, da viele Feuerwehrdienstleistende bei Einsätzen mit den Privatautos folgten. Es wurde günstig ein gebrauchter VW-Bus von der Firma Grasser erworben, der in vielen Arbeitsstunden von den Feuerwehrdienstleistenden zum Feuerwehrfahrzeug umgerüstet wurde. Seit Juli 2002 ist dieses Fahrzeug im Einsatz.

 

2007: Die Ausrüstung wurde in den letzten Jahren weiter erneuert und optimiert. So wurden im Jahr 2007 die bisher genutzten Atemschutzgeräte, für die keine Ersatzteile mehr hergestellt wurden, ausgesondert und durch Geräte der neuesten Generation ersetzt. Zudem wurde nach einer großen Spendenaktion ein Rettungsrucksack mit Sauerstofftasche und Defibrillator angeschafft.

2009: Im Jahr 2009 wurde der, aufgrund modernerer Fahrzeugtechnik, zu klein gewordene Schneid- und Spreizersatz durch einen leistungsfähigeren und größeren Rettungssatz mit größerem Zubehör ersetzt, um bei Verkehrsunfällen Personen schneller und gefahrloser befreien zu können.

2006-2011: Da die Einrichtungen der Räume des alten Schulhauses in Kirchasch nicht mehr der Zeit entsprachen, trat man am 26.02.2006 mit dem Gedanken eines Neubaues an die Gemeinde Bockhorn heran. Nach unzähligen Planungen und Beratungen unter anderem über den Standort des neuen Gerätehauses , konnte man nach Genehmigung durch den Gemeinderat am 28.12.2009 mit dem Bau des Gerätehauses beginnen. Die alten Schulhäuser in Kirchasch mussten für das Vorhaben abgerissen werden. Das Gebäude wurde dann durch die Aktiven der FF Kirchasch sowie vielen freiwilligen Helfern fast komplett in Eigenleistung errichtet. Nach 8.577 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit konnte der Neubau am 18.06.2011 schließlich seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Feuerwehrhaus

 

 

 

Letzter Einsatz:

Schneelast für Bäume im Waldstück an der ST2084 Neumauggen:
04.02.2019

Nächste Termine:

 

21.02.2019 

Ehrenzeichenverleihung in Eichenried

 

 

22.02.2019

Funkfahrt

Ausrichter: Wartenberg
anschl. "gemütliches Stüberl"

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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